Prozesse von Ausschluss und Teilhabe in inklusionsorientierten Schulen aus schülerbiographischer Perspektive (PATinklusio)
Laufzeit: seit 10/2024
Projektbeschreibung
In diesem Vorhaben werden die Erfahrungen und Prozesse von Ausschluss und Teilhabe von Schüler:innen in sozial benachteiligten, behinderten Lebenslagen inklusionsorientierter Schulen aus einer schülerbiographischen Perspektive untersucht. Zentrale Fragestellungen dabei sind: Welche Prozesse, Mechanismen und Strukturen der Behinderung und Benachteiligung sowie der Ermöglichung schulischer Bildung innerhalb der Bildungsbiographien von Schüler:innen unterschiedlicher inklusionsorientierter Schulsettings lassen sich beschreiben und inwieweit lassen sich Unterschiede in den Erfahrungen von Ausschluss und Teilhabe zwischen Schüler:innen unterschiedlich sozial benachteiligter Lebenslagen rekonstruieren? Mit seinen Fragestellungen verbindet das Projekt die bislang eher getrennten Bereiche der erziehungswissenschaftlichen Schul- und Schülerbiographieforschung, Inklusionsforschung und Disability Studies. Für die Untersuchung bildet der biographietheoretische Ansatz den zentralen theoretischen Bezugspunkt und wird um den intersektionalen Ansatz und das soziale und kulturelle Modellverständnis von Behinderung ergänzt. Methodisch stützt sich das Projekt vor allem auf biographisch-narrative Interviews mit Schüler:innen unterschiedlich sozial benachteiligter, behinderter Lebenslagen (z.B. mit/ohne der Zuweisung eines sonderpädagogischen Förderbedarfs) inklusionsorientierter Schulen. Experteninterviews mit Schulleitungen zu Fragen zum Schulkonzept und zu (sonderpädagogischen) Ressourcen dienen dazu, das Feld zu erschließen und zentrale Erkenntnisse über die schulstrukturellen Rahmenbedingungen zu erhalten. Es lässt als Ergebnis wichtige neue Erkenntnisse zur Relevanz des Besuchs inklusionsorientierter Schulen sowie zu differenzfördernden, exkludierenden wie auch differenzvermindernden Prozessen, Mechanismen und Strukturen verschiedener inklusionsorientierter Schulsettings erwarten.
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Projektleiterin
Publikationen
- Schneider, E. (2026 i.V.). „keiner möchte so ne behindert sein, die möchten alle ein normales Leben führen“ – Jugendbiographische Perspektiven auf Normalitätsvorstellungen als Behinderungen sozialer und akademischer Teilhabe. In: Pfaff, N. et al. (Hrsg.). Jugende(en) im Spannungsfeld von Normativität(en) und Normalität(en). Reihe „Kindheits- und Jugendforschung“ VS Verlag.
- Schneider, E. (2025 i.E.) "Sie kommt nicht wieder […] und da hab ich mich um mein Bruder gekümmert“ - Spuren der Situierungen von Solidarität und Sorge in schüler:innenbiographischen Erzählungen". In: Budde, J. et al.: Sorge und Solidarität. VS Verlag. 115-129. https://shop.budrich.de/produkt/sorge-und-solidaritaet/
- Schneider, E. (2025). "Förderschüler . behindert, kann nicht, das würd ich halt ändern" - Über schulische Inklusion als Zukunftsperspektive im Rahmen institutioneller Transformation - Eine schülerbiographische Perspektive. In: Schwendowius, D. et al. (Hrsg.): Ungewisse Zukünfte - Bildung und Biographie im Kontext gesellschaftlicher Umbrüche. Opladen: Barbara Budrich. https://doi.org/10.2307/jj.29010288.14