Studientag BNE
Auf dieser Seite findest ihr alle Informationen zum Studientag BNE:
Neben dem Programmüberblick stellen wir dir die Keynote sowie die einzelnen Workshops kurz vor. Außerdem könnt ihr euch hier direkt für die Veranstaltung anmelden .
09:45 – 10:45 Keynote: Das Politische der Nachhaltigkeit – Perspektiven für die Lehrkräftebildung (Jun.-Prof. Dr. Harald Hantke)
Ausgangspunkt der Keynote ist die Diagnose zunehmender Polarisierung und demokratischer Erosion im Kontext gesellschaftlicher Transformation. Nachhaltigkeit wird vor diesem Hintergrund als politische Gestaltungsaufgabe verstanden, die demokratische Urteils-, Konflikt- und Handlungskompetenz voraussetzt und nicht (nur) ein individuelles Verhaltensprogramm ist.
Anknüpfend an das Modell ganzheitlicher Schul- und Unterrichtsentwicklung wird gezeigt, wie Bildung für nachhaltige Entwicklung als politisch profilierte Querschnittsaufgabe institutionell, curricular und unterrichtlich implementiert werden kann. Lehrkräftebildung steht bei dieser Aufgabe im Zentrum der Herausforderung. Denn sie muss befähigen, Querschnittsaufgaben wie Nachhaltigkeit und Demokratie ganzheitlich in der Schul- und Unterrichtsentwicklung zu verankern. Beispielsweise geht es darum, Kontroversität – auch jenseits des Fachs Politik – professionell moderieren zu können und echte Partizipationsräume – auch jenseits etablierter Mitbestimmungsmöglichkeiten – eröffnen zu können. Schließlich wird durch den Vortrag deutlich, wie das „Politische der Nachhaltigkeit“ konkret ausgestaltet werden kann, um durch eine entsprechende Lehrkräftebildung in schulische Praxis gelangen zu können.
Workshop-Phase 1
11:45 – 12:45
1. Interdisziplinäres Forum „Zur Materialität des Lernens“ am Beispiel: Erde (Dr. phil. Joachim Penzel)
Anknüpfend an das interdisziplinäre Forum „Zur Materialität des Lernens“ wird in dem Workshop vor dem Hintergrund verschiedener Fachdidaktiken das Objekt „Erde“ im Unterrichtskontext fokussiert. Die gemeinsame Reflexion gilt der Erschließung des spezifischen didaktischen oder auch pädagogischen Potenzials dieses Objektes, so dass allgemein und interdisziplinär über eine Materialität des Lernens nachgedacht werden kann.
2. Klimabildungsprojekt „Mehr als übers Wetter reden“ (Jun.-Prof. Dr. Christopher Hempel, Jose Popkes, Issy Geiger)
Wie denken Schüler*innen und Lehrkräfte über die Klimakrise? Der Workshop gibt einen Einblick in das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderte Klimabildungsprojekt „Mehr als übers Wetter reden“, das von der Universität Passau, der Freie Universität Berlin und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg durchgeführt wird.
Wir zeigen Vorstellungen von Schüler*innen zur persönlichen Bedeutung der Klimakrise, zu Verantwortungszuschreibungen sowie zu wahrgenommenen politischen und gesellschaftlichen Handlungsmöglichkeiten, die wir an Schulen in Halle erhoben haben. Daraus leiten wir didaktische Schlussfolgerungen für eine schulische Klimabildung ab und stellen sie anhand konkreter Unterrichtsideen im Workshop zur Diskussion.
3. Spiele und BNE (Kathrin Kramer)
Laut Art. 31 der UN-Kinderrechtskonvention haben Kinder ein Recht auf Spiel! In diesem Workshop wollen wir das Potenzial von unterschiedlichen Brett- und Kartenspiele für eine Bildung nachhaltiger Entwicklung in den Blick nehmen.
Workshop-Phase 2
13:30 – 15:00
1. Energiesparen in Schulen (Heiner Giersch)
Wie gelingt praktischer Klimaschutz im Schulalltag? Im Workshop erfahren die Teilnehmenden, wie Energiesparprojekte praktisch im Schulalltag umgesetzt werden kann. Nach einem Einblick in erprobte Methoden und Erfahrungen aus der Praxis probieren die Teilnehmenden selbst ausgewählte Aktivitäten aus. Gemeinsam werden Möglichkeiten diskutiert, wie Energieprojekte an Schulen erfolgreich geplant und im Schulalltag aktiv eingebunden werden können.
2. Jugend im Krisenmodus? Freiwilliges Engagement als Schutz- und Möglichkeitsraum (Arne Arend)
Vielfach wird in aktuellen Jugendstudien betont, wie herausfordernd das Aufwachsen in einer multiplen Krisenlage für junge Menschen ist. Diese scheinen nicht nur aufgrund ihres globalen Charakters herausfordernd – auch demografische Verschiebungen erodieren die Sichtbarkeit jugendlicher Interessen. Umso überraschender zeigt sich in Gesprächen mit Jugendlichen, die über viele Jahre in festen Engagementgruppen aktiv sind, dass das Krisenerleben kaum von Bedeutung ist. Vielmehr steht das Erleben von Wissenserwerb, Verantwortungsübernahme und konkreten Bewährungssituationen im Vordergrund. Im Workshop werden die Erkenntnisse aktueller Jugendstudien gemeinsam rekapituliert, um dann Einblick zu bekommen in ein laufendes qualitatives Forschungsprojekt zu Jugendengagement, durchgeführt am Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) in Halle (Saale). Abschließend schauen wir auf Überlegungen zur Bedeutung von BNE in außerschulischen Bildungsangeboten und thematisieren schulische Ansätze der Engagementförderung (Service Learning/Lernen durch Engagement).
3. Digitalkompetenz meets Zukunftsforschung – neue Zukunftsbilder für digitale Bildung in der Schule (Roro Seidel)
Soziale Medien prägen die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen. Damit wird Digitalkompetenz zu einer Schlüsselqualifikation, um Herausforderungen wie Cybermobbing, Fake News, Verschwörungstheorien oder Spielsucht begegnen zu können und die vielfältigen Chancen von Social Media wie Teilhabe, kritisches Denken und den freien Zugang zu Informationen nutzbar zu machen. In diesem Workshop explorieren die Teilnehmenden ihre eigenen impliziten Annahmen und Zukunftsbilder über die Nutzung von Social Media in der Schule und entwickeln darauf aufbauend alternative Zukünfte und neue Fragen für die Gegenwart.




