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Internationalisierung der Lehrer*innenbildung

Kurzbeschreibung

Künftig wird der Berufsalltag von Lehrer*innen durch deren Fähigkeit mit kulturell und sprachlich vielfältigen Lerngruppen erfolgreich pädagogisch umzugehen bestimmt sein. Bisher werden Lehrkräfte in Deutschland kaum auf diese Herausforderungen vorbereitet. Bereits 2013 empfahl die Hochschulrektorenkonferenz den Hochschulen, ihre Studienangebote der Lehrer*innenbildung konsequent zu internationalisieren, um den Anforderungen einer immer stärker durch Migration geprägten Welt gerecht zu werden. Nur wer selbst hinreichend persönlich interkulturelle Erfahrungen gemacht hat, kann auch im späteren Berufsleben als Lehrer*in adäquat reagieren und interagieren. Um diese Internationalisierung des Lehramtsstudiums voranzubringen, verfolgt das Teilprojekt zwei große Arbeitslinien.

Internationalisierung im Ausland

Durch den Ausbau der Beratungs- bzw.  Informationsaktivitäten und die Festlegung einheitlicher Richtlinien zur  Anerkennung soll die Zahl der durchgeführten Schulpraktika im Ausland  gesteigert werden. Wird eines der beiden Pflichtpraktika außerhalb  Deutschlands durchgeführt, bietet dies für die zukünftigen Lehrer*innen  vielfältige Gelegenheiten für interkulturelle Begegnungssituationen. In  engem Zusammenhang mit der Entsendung von Praktikant*innen steht auch  die Suche nach geeigneten Schulen im Ausland, an denen Praktika  absolviert werden können. Über die Projektlaufzeit wird angestrebt,  partnerschaftliche Beziehungen mit diesen Schulen aufzubauen und zu  verstetigen, um Praktikumsplätze für Studierende bereithalten zu können.

Internationalisierung im Inland

Über die Etablierung von Lehrveranstaltungen  mit einem Fokus auf interkulturelle Sensibilisierung, der Einrichtung  von Lehrangeboten zur Mehrsprachigkeit und die Integration ausländischer  (Lehramts-) Studierender sollen kulturelle und sprachliche Vielfalt im  Lehramtsstudium zunehmend wertgeschätzt werden.

Eine stärkere Einbindung internationaler Akteur*innen in die  hallesche Lehrer*innenbildung ermöglicht interkulturelle  Kontaktsituationen und kann eine kulturelle Öffnung im Sinne einer  Internationalisierung vor Ort bewirken.

Projektaktivitäten und zusätzliche Lehrangebote

Pilotprojekt zur Heterogenitätssensiblisierung in den Schulpraktika (Co-Teaching)

Der Umgang mit kultureller Heterogenität stellt  eine zentrale Herausforderung für Lehrer*innen dar, aus der sich auch  die Notwendigkeit einer sprachlichen und kulturellen Öffnung der  Lehrer*innenbildung ergibt. Über ein interkulturelles Co-Teaching  von Lehramtstudierenden und internationalen Studierenden/ Promovierenden  werden die Studierenden dazu angeregt, die kulturelle Bedingtheit ihrer  eigenen Vorstellung von Schule und Unterricht zu erfahren. Außerdem  wird Mehrsprachigkeit hier als integraler, mit kulturell heterogenen  Deutungsmustern verbundener Bestandteil kultureller Diversität erlebt.

Angebotsturnus: jedes Semester in der Phase der Schulpraktika I und II

Modul Interkulturelle Kommunikation (im Zertifikatskurs Integrativer DaZ-Unterricht)

In Folge der aktuellen globalen Entwicklungen  wird von den Lehrer*innen zunehmend verlangt, dass sie über  Kommunikationsstrategien für interkulturelle Kontaktsituationen in der  Schule verfügen. In Workshops lernen die Studierenden anhand
anschaulicher Beispiele problematische Situationen im Kulturkontakt zu  erkennen und mit Hilfe wissenschaftlicher Kategorien zu  beschreiben. In  Rollenspielen simulieren sie Fälle aus dem Schulalltag und entwickeln  Strategien für den Umgang mit Critical Incidents. Im Anschluss werden  die Interaktionen, die dabei erlebten Gefühle und gemachten Erfahrungen  reflektiert und kulturwissenschaftlich eingeordnet.

Angebotsturnus: jedes Semester als Blockveranstaltung

Schule bei mir Zuhause (im Zertifikatskurs Integrativer DaZ-Unterricht)

Informationen über Gesellschaft und Schulalltag in den zahlenmäßig  stärksten Herkunftsländern erleichtern die Antizipation und den  Umgang  mit kulturell motivierten Konflikten. Im Modul „Schule bei mir Zuhause“  berichten internationale Promovierende und Mitarbeiter*innen der  Universität reich illustriert über ihr Herkunftsland und den eigenen  Schulalltag. Indem sie Statistiken ein
persönliches Gesicht geben,  eröffnen sie angehenden Lehrer*innen Perspektiven, Unterschiede  anzuerkennen, zu schätzen und Gemeinsamkeiten über Kulturen hinweg zu  erkennen.

Angebotsturnus: jedes Semester

Arabisch im Klassenzimmer

Schulen werden zukünftig immer stärker von Mehrsprachigkeit geprägt  sein. Der Kompaktkurs „Arabisch im Klassenzimmer“ vermittelt den  Lehrenden Wissen und Kompetenzen auf mehreren Gebieten: Neben der  sprachlichen Basiskompetenz des Arabischen, bietet der Kurs  landeskundliches sowie schulbezogenes Wissen, sensibilisiert für die  interkulturelle Dimension des Unterrichtens und beschäftigt sich mit  sprachphilosophischen Fragen.
Zum Erwerb einer sprachlichen  Basiskompetenz werden praxisnahe Beispiele für Standardsituationen im  Klassenzimmer genutzt. Dazu verwenden wir den syrisch-libanesischen Dialekt, der in der ganzen arabischen Welt verstanden wird und dessen  Aussprache Sprachlerner*innen relativ leicht fällt.

Angebotsturnus: jedes Semester als Blockseminar

Internationale Vernetzung

Immer mehr Studierende interessieren sich für Aufenthalte an ausländischen Bildungseinrichtungen.Neben klassischen Auslandssemestern an einer ausländischen Hochschule ermöglichen wir unseren Studierenden vorallem Praktika an Schulen und anderen pädagogischen Einrichtungen in der ganzen Welt.

Sie haben Interesse an der Zusammenarbeit mit uns? Melden Sie sich und lassen Sie uns das Vorhaben gemeinsam entwickeln.

Aktuelle Kooperationen:

Universitäre Vernetzung

Dokumente

Poster zum Teilprojekt "Internationalisierung der Lehrer*innenbildung" (2016)
Poster_Internationalisierung_2016.pdf (998,2 KB)  vom 22.02.2017

Flyer Internationale Kooperationen in der Lehrer*innenbildung mit Schulen und weiteren pädagogischen Einrichtungen weltweit (Sprache: Deutsch)
Flyer_Schulen_final.pdf (2,3 MB)  vom 10.07.2018

Materialsammlung und Rückblick: KALEI-Kolloquium Interkulturelle Sensibilisierung in der Lehrer*innenbildung. Professionalisierungsaspekte und fachdidaktische Perspektiven, Halle, 07.06.2018
Materialsammlung_Rueckblick_Interkulturelle_Sensib_in_der_LB.pdf (2,9 MB)  vom 08.08.2018

Ansprechpartner*innen

Dr. Anne Julia Fett

Dr. Anne Julia Fett

Projektbearbeitung

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Zur Seite von Peter Grüttner

Peter Grüttner

Projektbearbeitung

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Zur Seite von Prof. Dr. Thomas Bremer

Prof. Dr. Thomas Bremer

Wissenschaftliche Beratung

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